Radweg oder Straße? Wo fahre ich am sichersten?

Radweg oder Straße? Immer wieder stelle ich mir auf dem Rad die Frage, welcher Weg der sicherste für mich ist. „Am sichersten“ fühle ich mich auf der Straße. Allein das Gemecker der Autofahrer:“Do iss n Radweesch! Runner vun de Stros!“  zwingt mich zum Nachdenken. Warum soll ich jetzt zwingend den schlechten, unübersichtlichen Radweg nutzen? Klar ist man in den Augen der Autofahrer als Radfahrer immer eine Verkehrsbehinderung. Aber bin ich nicht auch der Verkehr. Und ist es nicht so, dass jeder Radfahrer, der Rad fährt und den Verkehr nicht mit einem zusätzlichen Auto belastet, eine Entlastung und eben gerade keine Verkehrsbehinderung für den restlichen Verkehr ist?

In den Diskussionen mit anderen Radfahrern über das Thema Radweg oder Straße gibt es unterschiedliche Meinungen. Natürlich wäre es schön einen separaten Weg mit ausreichend Platz als Radfahrer nutzen zu können. Fakt ist: In einer so eng geplanten Stadt wie Mainz, gibt es kaum Räume für optimal breite Radwege an allen Hauptverkehrsstraßen. Die Mainzer Innenstadt ist so dicht bebaut, dass hier kaum Platz für zusätzliche Radwege ist. Ein schlechtes Beispiel ist die große Bleiche. Hier ist auf der engen Straße noch ein zusätzlicher viel zu schmaler Radweg, der dann auch noch häufig vom Lieferverkehr zugestellt und Fußgängern übersehen wird. In dieser Straße können Autos kaum schneller als 25 km/h fahren und die beste Lösung für uns Radfahrer wäre hier vielleicht die Aufhebung der Radwegenutzungspflicht. Doch wie soll diese Aufhebung genau gestaltet werden? Die Zufahrt von der Alicebrücke  aus kommend in die große Bleiche ist durch Rechtsabbieger eher schwierig. Vom Rhein kommend gestaltet sich die Sache schon etwas einfacher. Eine Lösung für das Problem wird bereits versucht zu finden…. aber es wird wohl noch etwas Zeit in Anspruch nehmen, bis wir hier entspannt radeln können.

Der SWR hat zu dem Thema „Radweg oder Straße“ mal einen kleinen Beitrag gemacht, den Ihr Euch hier noch mal anschauen könnt. Der Film macht deutlich wie verzwickt die Lage ist. Zumal wir Radfahrer in Mainz von den Autofahrern nicht wirklich „geliebt“ werden. Dabei muss uns ja auch keiner lieben, etwas Respekt unserer Art der Fortbewegung gegenüber wäre schon ausreichend.

Was es uns aber wirklich schwer macht, ist eben die schon bereits erwähnte Uneinigkeit unter uns Radfahrer*innen. Jeder Radfahrer hat ein anderes Sicherheitsempfinden. Wie im Beitrag des SWR erwähnt zeigen die Unfallstatistiken, dass das Radfahren auf der Straße im fließenden Verkehr sicherer ist. Aber Menschen, die vielleicht nicht täglich mit dem Rad unterwegs sind fühlen sich auf dem Radweg sicherer. Das ist auch der Grund, weshalb bestehende Radwege, die von der Radwegenutzungspflicht befreit sind, weiter existieren. Jeder soll selbst entscheiden, wo er/sie sich besser fühlt. Meine Wunschvorstellung  für Mainz wäre eine große 30er Zone in einem innerstädtischen Kreis von Kaiserstraße bis Südbahnhof und dann alle Radfahrer auf die Straße. Viel schneller ist der motorisierte Individualverkehr in diesem Bereich ja auch nicht unterwegs und da wäre das doch die beste Lösung, oder? Es ist nur eine Wunschvorstellung…. aber wer weiß… Wünsche können ja auch mal wahr werden!


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