Die Last mit dem blauen Schild

fullsizeoutput_338Irgendwie drehen wir Radfahrer uns in Mainz ja im Kreis. Nix geht so wirklich vorwärts und von allen Seiten wird nur auf die Rüpelradler geschimpft. Wie soll sich da auch jemand zurecht finden…? Die Autofahrer verstehen uns nicht und wir Radler verstehen „Die“ auch nicht. Und dann kommen zu all dem Übel auch noch Verkehrsregelungen dazu, die kein Mensch mehr durchschaut. Da gibt es blaue Schilder mit Rad, die die Radfahrer darauf hinweisen, dass dieser Radweg benutzungspflichtig ist. Fehlt dieses blaue Schild am Radweg, ist der Radweg eben nicht benutzungspflichtig (z.B. in der Hans-Böckler-Straße). Aber sind wir doch mal ehrlich, welchen Autofahrer kümmert so ein Schild am Straßenrand? Ich würde es als Autofahrer wahrscheinlich auch nicht wahrnehmen. Da fällt einem nur die Radwegmarkierung am Straßenrand auf und dann muss ich doch davon ausgehen, dass die Radfahrer den auch benutzen müssen. So ist es aber nicht. Benutzen muss ich den Radweg nur, wenn ein blaues Schild mit Fahrrad den Weg schmückt. Wobei von Schmuck kann nicht wirklich die Rede sein. Der neue Radweg in der Marienborner Straße entlang der Mainzelbahn gibt mir mit diesen blauen Schildern wirklich Rätsel auf. Ich bin diesen Radweg schon  öfter aus Marienborn kommend gefahren, aber in die entgegengesetzte Richtung ist es irgendwie noch absurder. Ein Radweg mit Unterbrechungen und verkehrsberuhigten Zonen. Geht das nicht besser? Für alle, die sich das nicht vorstellen können… schaut Euch das im Video an!

Ich würde es ja verstehen, wenn es sich hierbei um einen alten Radweg handeln würde. Hier aber wurde ein niegelnagelneuer Radweg gebaut, der gegen die Fahrtrichtung verläuft und unterbrochen ist. Welcher Autofahrer guckt denn beim Abbiegen in beide Richtungen, ob da nicht noch irgendwoher ein Radfahrer kommt? Die Frage, die ich mir dabei nur stelle: Macht es Sinn Radwege in beide Richtungen frei zu geben? Ich halte das für viel zu gefährlich. Und wenn hier keine Radwegenutzungspflicht besteht, kann ich die Autofahrer sehr wohl verstehen, dass sie sich darüber aufregen wenn wir auf der Straße fahren. Wo doch extra ein neuer Weg für die Radfahrer gebaut wurde. Wenn ich jetzt hier auf der Straße fahre, werde ich von Autofahrern angehupt. Hab ich natürlich auch schon ausprobiert. Das ist keine Freude. Die Straße ist ja breit genug und es hätte vielleicht eine bessere Lösung gefunden werden können.

Bitte, bitte lieber Verkehrsplaner*innen lasst uns nicht im Regen stehen bei der Planung. Es ist so traurig immer wieder mit ansehen zu müssen, dass wir Radfahrer nicht ernst genommen werden. Ein „ach das geht schon so für die paar Radfahrer*innen …“ ist nicht gut für die Entwicklung bzw. den Aufbau einer guten Fahrradinfrastruktur.


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